19.08.2011 SPESSART RAVE REVIVAL FESTIVAL LAUFACH-HAIN Rotating Header Image

DJ DAG

DJ DAG
Mato Music Frankfurt

BIOGRAFIE

Dag’s Karriere begann 1985 in der Frankfurter “Music Hall”… Eigentlich wollter er sich in der Frankfurter Disco “Uno” bewerben, wurde aber nicht genommen, als er in derselben Nacht angesprochen wurde, ob er nicht Lust hätte, in der “Music Hall” den Montag zu beschallen. Daran hätte Dag niemals gedacht. Die “Music Hall” war zu dieser Zeit erst 2 Monate offen und war der im Moment angesagteste Club in Town.

Er wurde genommen und machte seinen Job so gut, dass es sich schnell in der Stadt herumsprach und nach ein paar Wochen hatter er einen Schnitt von 500 Leuten. Nicht schlecht für einen Montag. Zu dieser Zeit mussten die Resident DJs in der Music Hall noch jeden Tag auflegen. Den Montag und Dienstag wollte keiner. Deswegen überließ man Dag auch noch den Dienstag, den er auch zu füllen wusste. So hätte es noch lange gehen können, wenn die Betreiber der Music Hall sich nicht entschlossen hätten, den Club montags und dienstags zu schliessen, da es sich nicht rechnete.

Da war Dag erst mal arbeitslos. Aber der eigentliche Resident DJ Michael Münzing verkrachte sich mit der Geschäftsleitung und kündigte. Also wurde Dag gefragt, ob er nicht Mittwoch bis Sonntag als Haupt-DJ arbeiten wolle, was er natürlich mit Freude annahm. Dag, der ein blutiger Anfänger war, spielte jetzt am Wochenende vor 2000 Leuten. Technisch noch ein Amateur, aber musikalisch wurde er ein gebührender Nachfolger von Micha Münzing, den Dag heute noch als sein einzigstes Vorbild nennt. Münzing hatte die Jahre vor der Music Hall im Dorian Gray aufgelegt. Dag ließ die Music Hall richtig rocken. Das kann man wörtlich nehmen, denn Dag spielte gerne zu vorgerückter Stunde eine Rock-Einlage, was vor allem die ältere Fraktion zu schätzen wusste. Für seine Musikvielfalt ist Dag noch heute bekannt. So hätte es noch lange gehen können, aber den Betreibern passten Dag’s “Mixkünste” nicht. So probierten sie ohne Dag zu fragen einen anderen DJ aus, was Dag veranlasste, die Music Hall zu verlassen.

Da war er erst mal wieder arbeitslos… aber nicht lange, denn Dag hatte ein Angebot aus Saarbrücken, was er eigentlich abgelehnt hatte. So rief er dort an und bekam den Job. Das “Mirage”, so nannte sich der Club, war eine Neueröffnung. Dort spielte Dag fast ein halbes Jahr von Mittwoch bis Samstag und wohnte in Saarbrücken im Hotel. Da bot der Betreiber des Mirage Dag eine Wohnung an, aber Dag fehlte sein Frankfurt. Das Nachtleben dort war doch ein anderes als in Saarbrücken. Vor allem fehlte ihm die “Music Hall”, der Ort, an dem alles für ihn begann. Also kündigte er und fing wieder in der “Music Hall” als Vor-DJ und Light-Jockey an, ein Schritt, den Dag nie bereuen sollte, denn er bekam in der Music Hall von seinen Kumpelz Frank Hildmann und Uwe Heinzelmann eine Light-Jockey-Ausbildung. Noch heute behauptet Dag, dass er niemals mehr solche LJs gesehen hat. Vor allem Uwe hatte das Talent in kürzester Zeit auf ein neues Lied ein perfektes Licht zu machen. Da blieb den anderen LJs nichts anderes übrig, als ihn zu kopieren. “In der “Music Hall” Licht zu machen, war fast so schön wie selbst Musik zu machen.” Aber meistens stimmte die Musik nicht, so dass Dag schnell die Lust verlor. Außerdem passte es ihm nicht, nur die 2. Geige als DJ zu spielen. Da bewarb sich Dag im Vogue in der Frankfurter Innenstadt, denn Sven Väth hatte dort nach vielen Jahren gekündigt und legte nun im “Dorian Gray” auf. Auch wieder ein Job von Mittwoch bis Sonntag.

In dieser Zeit schwappte eine neue Welle über Frankfurt, die “Techno” genannt wurde. Heute bezeichnet man diesen Musikstil als “E.B.M.” (Electronic Body Music). Dieser Sound ging auch an Dag nicht spurlos vorrüber. Also legte er auch im eigentlich recht “schicki-micki” Vogue auch mal eine Pogo-Runde ein, was bei den Leuten gut ankam, bei der Geschäftsleitung aber nicht. So kam es zu Querelen, die Dag dazu veranlassten, das Vogue zu verlassen. Er fühlte sich im “Vogue” eh nie richtig zuhause.
Zwischenzeitlich legte er noch mittwochs im “Aoxomoxoa” bei Wiesbaden auf. Das war aber auch nur ein kurzes Gastspiel, denn Dag träumte davon, einmal DJ im “Dorian Gray” zu werden, der Club, in dem er schon seit 1979 Stammgast war und gerade zu dieser Zeit als Gast seine schönste Zeit in diesem Club erlebte, denn Sven Väth lies dort die Techno-Puppen tanzen. Das war auch die Zeit, als Dag dieses Techno richtig lebte, mit Drogen, After Hour und allem was dazu gehört.

Die ersten zwei Monate des Jahres 1988 arbeitete Dag dann als Light-Jockey im großen Club im Dorian Gray, bevor Sven Väth dort kündigte, um neue Wege zu gehen. Das war Dag’s große Chance und er bewarb sich als DJ für den großen Club. Es sprach sich schnell herum, dass im “Dorian Gray” ein DJ gesucht wurde und viele bewarben sich, aber Dag wurde genommen. Davon hatte Dag jahrelang geträumt: DJ im “Dorian Gray”. Schon 1978 bei der Eröffnung stand Dag vor der Tür, wurde aber abgewiesen. Ein halbes Jahr lang versuchte Dag in den Ort seiner Begierde zu gelangen, aber man verwehrte ihm den Einlass. Das Dorian Gray war zu diesem Zeitpunkt einer der angesagtesten Clubs weltweit. Das “Studio 54″ in New York, das “Ku” auf Ibiza und das “Dorian Gray” in Frankfurt waren die Top Adressen in der Clublandschaft, da wurde nicht jeder reingelassen. Durch einen Freund, der den Türchef gut kannte gelangte Dag dann das erste Mal ins Dorian Gray und war sofort begeistert. Selbst zu seiner Punk- und Oi Zeit war er Gast im “Gray” und nun, 10 Jahre später war das Gray noch immer angesagt und Dag war dort der Resident-DJ.. der Beginn einer glorreichen Zeit.

Dag schaffte es auf Anhieb, das Rad im Großen Club weiter drehen zu lassen, sein unvergleichlicher Sound und die Mischung verschiedener Styles sorgte in der noch jungen Technoszene für Aufsehen. Dag, der ein großer Freund der Indianer ist, ließ diese Einflüsse in seinen Sets Entfaltung finden und löste damit einen großen Indianerboom aus. Auch seine Liebe zu den 60er Jahren beeinflusste seinen Sound, z.B. “Riders on the Storm” von den “Doors” erlebte zur Ambientzeit ein Comeback.
Auch die Zusammenarbeit mit Torsten Fenslau konnte besser nicht sein. Aus anfänglicher Skepsis wurde nie Freundschaft, aber ein Team wie es besser nicht sein konnte.

In dieser Zeit im Dorian Gray besorgte Dag’s Mutter ihrem Sohn einen Kredit bei der Bank, so dass er sich sein erstes Keyboard kaufen konnte. Er tat sich dann mit einem Kumpel zusammen, der einen Computer und ein Sequenzerprogramm besaß und dann begannen sie gemeinsam Musik zu machen. So kam Dag’s erste Produktion “Hanta Yo – The Joker” (1989) auf den Markt. 1990 lernte Dag Jam-El-Mar kennen, ein Produzent und Musiker, der im Keller seiner Eltern ein kleines Studio hatte. Dort entstanden Projekte wie Dance 2 Trance und Peyote. Erst später bezog Jam-El-Mar ein neues Studio in der legendären Frankfurter Batschkapp. Vor allem mit Dance 2 Trance konnte Dag auch kommerzielle Erfolge verbuchen. Platz 9 mit Power of American Natives in den deutschen Sales Charts, 250 000 verkauften Tonträgern und Gold. Auch “Take a Freefall” konnte sich gut plazieren. Auch die zwei Alben “Moonspirits” und “Revival” waren erfolgereich. Danach entwickelt sich Dance 2 Trance in eine Richtung, hinter der Dag nicht mehr 100% stehen konnte und so trennten sich nach 5 Jahren die Wege von DJ Dag und Jam El Mar.

Aber ein Ende ist auch ein Neuanfang, denn Dag gründete danach mit Non Eric vom Berliner Lunatec Label das Projekt “Crazy Malamute”, wo man auch mit dem Titel “Braveheart” Charterfolge verzeichnen konnte.

Während seiner Dorian Gray Zeit legte Dag auf manchmal freitags in der Frankfurter Box auf und 1992 wurde er Resident in der HR3 Clubnight, die erste Live-Mix Techno Radio Show in Deutschland, wo er bis heute regelmäßig auflegt. Auch die erste Clubnight Compilation wurde von Dag gemixt. 1992/93 hatte Dag trotz seiner Erfolge als Produzent und DJ im Radio im Dorian Gray Probleme mit der Geschäftsleitung. Seine Gäste wurden an der Tür schikaniert oder gesperrt. Es verging kein Samstag, an dem Dag nicht an die Tür gerufen wurde, um seine abgewiesenen Gäste in den Club zu holen. Manchmal standen an die 100 Menschen vor der Tür und keiner wurde mehr hereingelassen. Irgendwann eskalierte die Situation und Dag kündigte im Dorian Gray. Schon einen Tag später wurde er von Matthias Martinson angerufen, ob er nicht im “Omen” den Samstag machen wolle.. Nach einem mehrwöchigen Urlaub in den USA und Zeit der Besinnung, startete Dag 1993 seine Karriere im “Omen”.

Viele waren der Meinung, Dag könne nur im großen Club auflegen – schon in der ersten Nacht wurden sie eines Besseren belehrt. Im Omen herrschte ein anderes Klima als im Dorian Gray. Hier war der Gast König und es wurde erst Feierabend gemacht, wenn keiner mehr tanzte. Ob mit den Betreibern, der Geschäftsleitung oder den Türstehen, mit allen verstand Dag sich prächtig und man konnte getrost von einer “Omen-Family” sprechen. Auch die Atmosphäre im Omen war anders als im Gray. Hier wurde Party gemacht bis zum Umfallen. Das war auch die Zeit, als Dag nach England gebucht wurde und den Engländern den “Trance” brachte. “Drum Club, Club UK/Complex und Tribal Gathering wurden zu festen Institutionen für Dag. Auch organisierte er in Deutschland seine “Sioux Support Partys”, bei denen er Geld für ein Projekt sammelte, damit Indianer ihr eigenes Land zurückkaufen können. Mit dem Geld wurden Bedürftige aus dem Reservat unterstützt, aber zu dem geplanten Landkauf kam es nie.

1997 wurde Dag des ganzen Techno-Rummels überdrüssig und entschloss sich, nach Amerika auszuwandern. Mit Frau und Hund verließ er Deutschland, aber nicht ohne vorher noch eine legendäre Abschiedsparty im Frankfurter Lofthouse zu veranstalten.

In Kalifornien angekommen legte sich Dag erst einmal zwei Pferde zu und widmete sich voll und ganz dem Landleben, denn er konnte ein kleines Haus mit etwas Land herum sein eigen nennen.
Aber selbst die Abgeschiedenheit blieb nicht lange unbemerkt, denn schon nach drei Monaten meldete sich Giv, ein Clubbetreiber aus San Francisco und bot Dag ein Booking in seinem Club 1015 Folsom an. Schon nach seinem ersten Auftritt im 10 15 wurde Dag dort Resident. Zwischenzeitlich zog es Dag aber immer wieder zu einer kleinen Tour nach Deutschland zurück.

1998, seine Tochter Suna war geboren, plagte Familie Lerner das Heimweh und man entschloss sich, nach Deutschland zurückzukehren, wo man sich im Hessischen Vogelsberg ansiedelte, auch wieder weit draußen mit Natur und Pferden. Jetzt konnte Dag endlich wieder zu seiner Eintracht fahren, seine Freunde und seine Familie treffen. Inzwischen hatte in Frankfurt das Omen geschlossen und das U60311 geöffnet und Dag fing dort als Resident DJ an. Dort arbeitete Dag ein paar Jahre, dann bekam er ein Angebot von Schüler/Presinger, den Dorian Gray Betreibern, wieder im “Großen Club” anzufangen, was Dag annahm, denn das “Dorian Gray” war nach wie vor sein Lieblingsclub. Dort arbeitete er ein Jahr bis die Pforten des legendären “Dorian Gray” für immer geschlossen wurden und Dag ging zurück ins U60311.

Doch nach ein paar Jahren merkte man, dass man in Deutschland schon alles kannte und die Euphorie der Rückkehr verflogen war, so dass es wieder einmal Zeit wurde auszuwandern und zwar nach Ibiza.

Gesagt getan und so siedelte man auf die Balearische Insel über, seinen Job im U60311 behielt Dag. Auch eine Wohnung in Deutschland. Aber Frau und Kind lebten von nun an in Ibiza. Dort legte Dag regelmäßig im Space auf, ansonsten hielt er sich aus dem Ibiza Nachtleben heraus, das sich seiner Meinung nach in den letzten 10 Jahren zu sehr verkommerzialisiert hatte.
Auch Ibiza machte Dag und seine Frau nicht glücklich, denn sie trennten sich und ließen sich ein Jahr später scheiden. Heute lebt Dag mit seiner Tochter Suna als alleinerziehender Vater wieder in Deutschland.